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Ein wahrer Atheist ist ein Mensch, dem es sogar gelingt, das Wort "Hoffnung" aus seinem Vokabular zu streichen - selbst und gerade in Extrem- oder "Grenzsituationen", wie Karl Japsers sie so schön beschrieb. Mir ist ein solcher Mensch noch nicht begegnet, selbst nicht bei den stoischsten Stoikern; es scheint fast so, als sei der Mensch nicht nur zur Freiheit verdammt (so der Feingeist der Existentialisten), sondern auch zum Glauben, auch wenn es sich dabei nur um den Glauben an ein gutes Ende handelt, ohne diesen wir freilich nicht in der Verfassung wären, das Leben zu ertragen - manchmal so weitgehend, dass einige Menschen aus diesem Glauben (vor allem in seiner Verkleidung als Gewissheit) eine eigene Welt konstruieren, in der sie der unangefochtende und unbesiegbare Protagonist sein können. (Norbert Schultheis)



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Vereinsamt

(Friedrich Nietzsche)

Rubrik: Gedichte

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein -
wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein,
weh dem, der keine Heimat hat!