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Es gibt kein "Nicht-Tun" als Gegenteil des Tuns; jene ist nur dessen Passivform, nämlich das Geschehenlassen infolge eines Nicht-Eingreifens. Als solche hat sie denselben Stellenwert wie jede andere Handlung. Ihre Bedeutung zeigt sich - wie bei allem Tun - nur im Konkreten. Für manche Menschen aber ist die Erkenntnis schwer zu ertragen, dass auch etwas passiert, ohne dass sie eingreifen, ohne dass sie da-sind: "Ich mache, also bin ich." - für diese Menschen eine Art Lebenselixier, gebraut in der Moderne. (Norbert Schultheis)



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Die sieben Todsünden

(Norbert Schultheis)

Rubrik: Philosophie

Hochmut (Übermut, Hoffart, Überheblichkeit) ist diejenige in Reden und Handlungen sich ausprägende Gemütsverfassung, in welcher der eigene Wert höher angeschlagen wird, als er wirklich ist. Er äußert sich in herrischen Mienen, Gesten und Auslassungen. Er wird heutzutage allgemein negativ gewertet und man stellt ihn in eine Reihe mit Blasiertheit, Arroganz, Eitelkeit, Stolz, Ruhm- und Geltungssucht.
Gegenteil: Demut, Opfermut, Unterwürfigkeit

Habgier (Habsucht, Raffgier) ist das übersteigerte, rücksichtslose Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, und ist eng verwandt mit dem Geiz, der übertriebenen oder krankhaften Sparsamkeit und dem damit verbundenen Unwillen zu teilen.
Gegenteil: Genügsamkeit, Großzügigkeit, Generosität

Neid (Missgunst, Eifersucht) ist der ethisch vorwerfbare gefühlsmäßige Ausdruck des Unbehagens über die Besserstellung anderer. Er wird als Kränkung durch den Besitztum oder Vorzug anderer empfunden. Das Ziel des Neides ist dementsprechend, den beneideten Vorzug auszugleichen (nicht primär, ihn an sich zu bringen, das wäre dann z.B. Habsucht).
Gegenteil: Gunst, Gönnerhaftigkeit

Zorn (Rachsucht, Vergeltung) ist ein starkes Gefühl, das als heftiger Ärger, wutartiger Affekt als Jähzorn oder Zornesausbruch auftritt, der zu unkontrollierten Handlungen oder Worten führen kann. Der Zorn erscheint dann als Beherrscher des Menschen, der seinerseits seine Gefühlsregungen nicht mehr kontrolliert. Zorn ist immer gegen eine bestimmte Person oder Gruppe gerichtet, während die Wut nach allen Seiten explodieren kann.
Gegenteil: Sanftmut, Gelassenheit, Friedfertigkeit

Trägheit (Faulheit, Trübsinn, Überdruss) bezeichnet, was in Abwesenheit anderer Erklärungen den Menschen von innen heraus abhält zu arbeiten. Sie kann dazu führen, dass man tatenlos bleibt und dem Bedürftigen, Schwachen oder Kranken nicht hilft, selbst wenn man es könnte. Nach Immanuel Kant ist Faulheit „der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit“.
Gegenteil: Tüchtigkeit, Fleiß, Strebsamkeit, Eifer

Maßlosigkeit (Völlerei, Unmäßigkeit) ist die Charaktereigenschaft eines Menschen, die ihn zu einem ausschweifenden und maßlosen Leben führt und ihn somit undankbar gegenüber der Gabe des Lebens werden lässt. Sie zeigt sich auch in der Verschwendung von Ressourcen und in der fehlenden Fähigkeit, sich Verbrauchsgüter einzuteilen.
Gegenteil: Mäßigung, Einschränkung, Restriktion

Wollust (Unkeuschheit, Libertinage) ist das mit Willen betriebene Handeln zur sexuellen Steigerung der Lust. Wollust beschreibt das Kultivieren einer Empfindung, die als drängend und lustvoll gilt, früher auch als ruchlos und frevelhaft. Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch erotische Fantasien frei. Dante Alighieri hielt die Wollust für die am wenigsten tödlichste der sieben Todsünden.
Gegenteil: Keuschheit, Enthaltsamkeit, Abstinenz